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Konzept


Konzept zum Zertifikat "Fachkraft in der Kindertagespflege"
Weiterqualifizierung von Tagespflegepersonen nach der Bundeszertifizierung.
Sicherung und Steigerung der Qualitätsmaßnahmen in der Kindertagespflege.
Überlegungen des Vereins Kindertagespflege MOBILÉ e.V.

1. Einleitung
Dieses vorliegende Konzept hat das Ziel, Tagespflegepersonen nach der BZ weiter zu qualifizieren und die Qualität in der familiennahen Betreuung auszubauen und zu sichern. Die Notwendigkeit zur Umsetzung dieses Konzeptes ergibt sich allein daraus, dass die Basis des Curriculums den mittlerweile hoch qualifizierten TPP nicht mehr ausreicht. Sie wollen Fortbildungsangebote die als Steigerungen zum Curriculum und zur BZ (Bundeszertifizierung) zu erachten sind. Die Fortbildungsreihe soll die Möglichkeit eröffnen, noch aktiver und praxisbezogen in Gruppen und Tandems arbeiten zu können.

2. Weiterqualifizierung der TPP (TagesPflegePerson) nach der BZ (Bundeszertifizierung)
Wie schon angesprochen, reicht den BZ-TPP, die Thematik des Curriculums des DJI nicht mehr aus. Sie finden es zum Teil langweilig, haben die Themen schon mehrfach behandelt, können diese bereits auswendig und finden sich durch die „nur“ Themen des Curriculums nicht mehr gefördert. Die BZ-TPP - und nicht nur diese - möchten Fortbildungen, die oberhalb des Curriculums und oberhalb der BZ angesiedelt sind und quasi eine Akademieebene darstellen. Das Curriculum bietet für diese Personen gerade mal die Basis. Der Fortbildungsdrang und der Wissensdurst sind bei diesen Personen sehr ausgeprägt. Die BZ-TPP von 2009 und 2010 wollen eine Vertiefung und Ausdehnung der Angebote.

Angebot, die Qualifizierungsmöglichkeiten weiter zu steigern.Neben der Aneignung von theoretischem Wissen und dem intensiven Austausch über Kinder und ihre Entwicklung sollen Techniken des systematischen Verstehens, Analysierens und Reflektierens über kindliche Handlungen und Konstruktions-Leistungen in der täglichen Arbeit mit Kindern verstärkt ausgebaut und weiter entwickelt werden.Die potentiellen TeilnehmerInnen sind aufgefordert, ihre eigenen Vorstellungen und Ideen aktiv mit einzubringen.

3. Ziel des Vorhabens
Bezug nehmend auf unsere Vereinsziele, eine qualifizierte Betreuung von Kindern durch die TPP zu gewährleisten, wollen wir der qualifizierten TPP nach dem erfolgreichen Absolvieren der Prüfung zum Bundeszertifikat weiterhin eine Möglichkeit bieten, ihre Kenntnisse über Bildung, Entwicklung und Förderung von Kindern über den bisherigen Rahmen des DJI - Curriculums zur Fortbildung von TPP zu erweitern.

4. Umsetzung des Ziels
Unser Ziel wollen wir mit der Erweiterung unseres Fortbildungsprogramms mit einer neuen Qualifizierungsmaßnahme erreichen. Die Maßnahme beinhaltet folgende Schwerpunkte:Fortbildung zur Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen nach dem Fortbildungsmaterialien vom DJI zur Beobachtung und Dokumentation von Bildungs- und Lerngeschichten in der Kindertagespflege. Bei den Fortbildungen wird Wert darauf gelegt, dass die TPP entwicklungspsychologisches Grundwissen und Verständnis vermittelt bekommen, die es ihnen erleichtert, Bildungsprozesse des Kindes zu verstehen und das Entwicklungsniveau jedes Kindes einschätzen um Prozesse der individuellen Förderung planen zu können.Die qualifizierten TPP, die an dieser Fortbildungsreihe teilnehmen sind verpflichtet mit anderen qualifizierten TPP in der Fortbildungsgruppe Tandems zu bilden, um die Vernetzung und Kooperationsarbeit zwischen den TPP zu stärken. TPP, deren wohnörtliche Entfernung von einander es erlaubt sich zu treffen, bilden Tandems. Die Tageskinder lernen so andere TPP in dieser Vernetzungskette, die im Falle einer Vertretung einspringen könnten. Dies hat den Vorteil, dass die Kinder in einem Vertretungsfall es leichter haben mit der neuen Situation um zu gehen, weil sie bereits die VertreterIn durch die Tandems kennen gelernt und eine Beziehung zu Ihr/ihm aufgebaut haben. So entfällt das Eingewöhnungsproblem das in Vertretungsfällen eine Hürde darstellt. Weitere Vorteile des Tandems sind:Die TPP lernen sich durch das regelmäßige Treffen besser kennen und dies wiederum ermöglicht einen regen Austausch bei den FortbildungenEs kommt mehr Objektivität in die Arbeit der einzelnen TPP, da die anderen im Austausch in der Gruppe ihr kritisches Feedback zum Beobachteten geben. Dies wiederum kommt dem Tageskind zu Gute, denn es ist nicht dem Urteil einer einzelnen Person ausgesetzt.
Die subjektiven und individuellen Einschätzungen und Interpretationen der TPP über das Kind werden durch den kollegialen Austausch erweitert und ergänzt bzw. objektiviert und korrigiert.

4.1. Fortbildung
Die Fortbildungen zur Beobachtung und Dokumentation werden von unserer Referentin Fatoumata Brenner-Fatajo, Diplom Pädagogin, geleitet. Das Konzept zu der Fortbildungs-Reihe liegt bereits vor. Es wurde, wie auch das Fortbildungsmaterial (DJI-Curriculum „Fortbildung von Tagespflegepersonen“) für die Qualifizierung von TPP von dem DJI konzipiert und entwickelt.

Die Fortbildungsabende bestehen aus:
Vermittlung von theoretischem Wissen (entwicklungstheoretische Hintergründe zur Bildungs- und Lerngeschichten )Einführung in das Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren Austauschabende über die Beobachtungen und Dokumentation der TPP

4.1.1 Beobachten, Dokumentieren und unterstützen von Bildungsprozessen in der Kindertagespflege
„Die gezielte Beobachtung und Dokumentation der Bildungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern bilden eine wesentliche Grundlage für die pädagogische Arbeit in“(HBEP S. 115) der Kindertagespflege.

Die Dokumentation:
  • fördert und vertieft das einfühlsame Verstehen der Perspektive von Kindern.
  • gibt Einblick in Entwicklung und Lernen des Kindes, seine Fähigkeiten und Neigungen.
  • liefert Anhaltspunkte für die Individualisierung von Lehr- und Lernprozessen und unterstützt die Reflektion pädagogischer Angebote.
  • gibt Impulse für den Dialog mit Kindern und erleichtert die Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern.

Das Konzept der „Bildungs- und Lerngeschichten“, „learning stories“ von Margaret Carr (2001) wurde als Verfahren zur Beschreibung und Dokumentation der Lernprozesse von Kindern in frühpädagogischen Einrichtungen in Neuseeland entwickelt. Das DJI adaptiert und entwickelt dieses Konzept, um die Realisierung des Bildungsauftrags von Kindertageseinrichtungen in Deutschland zu unterstützen.

Neben dem Basisbuch, „Bildungs- und Lerngeschichten“ mit CD und DVD, das als Grundlage für die Fortbildungen gilt, veröffentlicht das DJI weitere fünf Hefte, davon vier mit DVD für die verschiedenen Kindertageseinrichtungen. Die Broschüren zeigen, was bei der Einführung des Verfahrens grundlegend zu beachten ist, welches entwicklungs-psychologisches Wissen es pädagogischen Fachkräften erleichtert, Bildungsprozesse des Kindes zu verstehen, das Entwicklungsniveau jedes Kindes einzuschätzen und Prozesse der individuellen Förderung planen zu können. Es wird auch dargelegt, welche Wege pädagogische Fachkräfte gehen können, um mit Hilfe der Bildungs- und Lerngeschichten alle Kinder individueller zu fördern.

Für unsere Qualifizierungsmaßnahme sind neben dem Basisbuch nur zwei weitere Hefte von Bedeutung:
„Bildungs- und Lerngeschichten“ – Entwicklungstheoretische Hintergründe. 48 Seiten mit DVD„Bildungs- und Lerngeschichten in der Kindertagespflege. 80 Seiten mit DVD Die Fortbildungsmaterialien bestehen aus acht Modulen, in denen die grundlegenden Inhalte zum Verfahren und seiner Umsetzung dargestellt und Vorschläge zu deren Erarbeitung gemacht werden. Deshalb verzichten wir an dieser Stelle auf die ausführliche Darstellung der einzelnen Module. Sie werden im Konzept nur erwähnt, um zu zeigen worum es geht: Bildung und Lernen in der frühen Kindheit. Der Ansatz der „Bildungs- und Lerngeschichten“ Das Verfahren der „Bildungs- und Lerngeschichten“„Nächste Schritte“ Der Austausch mit Kindern Der Austausch mit Eltern Portfolio und Wanddokumentation, wobei wir nur das Portfolio bearbeiten werden, die Umsetzung der „Bildungs- und Lerngeschichten.“

4.1.2 Portfolio in der Kindertagespflege
Was dokumentiert wird, sollte auch sorgfältig aufbewahrt werden. Das Portfolio wird häufig in den Kindertageseinrichtungen zur Archivierung der Bildung und Entwicklung von Kindern verwendet. Es ist eine zweckgerichtete Sammlung der Arbeit des Kindes in Form einer Mappe, eines Ordners, oder eines Buches, worin der Alltag des Kindes in der Kindertageseinrichtung bzw. Tagespflege, seine Lerngeschichten sowie seine Fähigkeiten, Kompetenzen und Fertigkeiten (anschaulich) dokumentiert werden. Das Portfolio ver-schafft den Eltern einen intensiveren Einblick in den Entwicklungsverlauf ihres Kindes und eignet sich sehr gut als Grundlage für das regelmäßige Gespräch zwischen den Erziehungspartnern, wie dies von dem HBEP erwünscht wird.

Der Übergang von der Tagespflege zum Kindergarten und vom Kindergarten in die Schule wird so sorgfältig vorbereitet und macht die Entwicklungsfortschritte des Kindes für alle Beteiligten transparent und nachvollziehbar, was wiederum die Planung von Angeboten und die gezielte Förderung des Kindes ermöglicht.

4.2 Vernetzung und Kooperation
Zur Qualitätssicherung und fachlicher Beratung werden die Referentinnen (Leitende Fortbildnerin und andere ReferentInnen aus unserem Referentenpool, die die Hospitationen bei den TPP machen) sich regelmäßig zum fachlichen Austausch treffen. Wie schon im Punkt vier dargestellt, findet die Vernetzung und Kooperationsarbeit zwischen den TPP in Form von Tandems statt.

4.3 Hospitation der FortbildnerInnen
Einmal im Monat werden die TeilnehmerInnen von einer (m) ReferentIn im Wohnort oder Wohnortnahe besucht. Sie wird die TPP bei der Arbeit beobachten und unterstützen.

5. Teilnahme und Zeitliche Rahmenbedingungen
Jede Tagespflegeperson, die die Bundeszertifizierung mit mindestens „befriedigend“ bestanden hat, kann an den Weiterqualifizierungsfortbildungen teilnehmen. Wir haben diese „Zäsur“ eingesetzt, um die Qualität unserer Weiterbildung zu optimieren. Es dient dazu, TPP, die mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten haben, die Möglichkeit zu geben, erst diese Lücke zu füllen. Ist die Lücke geschlossen, können sie jeder Zeit mit einem Nachweis in die Fortbildung einsteigen.

Die Fortbildungen werden in den Räumlichkeiten von Kindertagespflege MOBILÉ, in der Strackgasse in Oberursel stattfinden. Die räumliche und technische Ausstattung garantiert hier die Möglichkeit, eine optimale Lernatmosphäre zu schaffen. Die Fortbildungen werden einmal im Monat für jeweils drei Unterrichtseinheiten stattfinden und beginnen stets um 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr.

Diese Fortbildung startete im Mai 2011.

6. Finanzierung
Das Projekt wird aus den Vereinsmitteln finanziert.

7. Qualitätssicherung
Die Qualitätssicherung in der Weiterqualifizierung von TPP bei MOBILÉ wird auf drei Ebenen geleistet:StrukturqualitätUnsere Fortbildungen werden von qualifizierten ReferentInnen geleitet. Unsere Räumlich-keiten und materiellen Ausstattungen erlauben eine qualitative Zusammenarbeit zwischen den ReferentInnen und den TeilnehmerInnen.ProzessqualitätDurch Fragebogenbefragungen wissen wir, dass unsere ReferentInnen einen guten Zugang zu den Teilnehmerinnen haben. Es findet stets ein reger Austausch statt und eine hohe Bereitschaft der Teilnehmerinnen, sich an den Diskussionen aktiv zu beteiligen. Dies spricht für die fachlichen und sozialen Kompetenzen unserer ReferentInnen.ErgebnisqualitätEine Evaluation der Fortbildung erfolgt u.a. durch das protokollieren von Arbeitsabläufen, Anwesenheitslisten, Fragebögen und Befragungen der Teilnehmer bezüglich ReferentIn Qualität, Gruppendynamik, Inhalt des jeweiligen Themas.

8. Schlussbemerkung
MOBILÉ legt großen Wert darauf, seinen Vereinsmitgliedern und anderen TPP, insbesondere aus dem Hoch Taunus Kreis, den Eltern der Tageskinder sowie in erster Linie den Tageskindern selbst, angenehme Bedingungen für die Zusammenarbeit und Qualität in der Tagespflege zu gewährleisten. Wir bieten kompetente ReferentInnen, um kompetente TPP fortzubilden. Uns ist stets bewusst, dass nur qualifizierte und kompetente TPP Kinder für die Zukunft gut vorbereiten können. Dies kann uns nur gelingen, wenn wir ständig den Qualitätsanforderungen des Bildungssystems nachkommen und weiter entwickeln. Die Umsetzung des HBEP wird deshalb bei uns groß geschrieben. Dieses Konzept zur Weiterqualifizierung der qualifizierten TPP ist eine Maßnahme in Richtung Implementation der Anforderungen des HBEP.

Nach Abschluss eines Jahres sollten die TeilnehmerInnen ein gemeinsames Zertifikat von MOBILÉ und dem zuständigen Jugendamt erhalten.

Dieses sollte darauf hinauslaufen, dass die mittlerweile hoch qualifizierten TPP in dem Zertifikat auch den Begriff Fachkraft erhalten, worauf sie großen Wert legen.
Einzelheiten müssen hierzu noch besprochen werden. In jedem Falle wird durch die Umsetzung dieses Konzeptes die Qualität der Arbeit, auch die des Jugendamtes zu Recht wesentlich höher positioniert.


Kindertagespflege MOBILÉ e.V.

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